ROSEN UND ROSINEN · Juli 2017

Paul Cézanne, Pont des Trois-Sautets, 1906 Cincinnati Art Museum, Schenkung John J. Emery

CEZANNE in Basel und Martigny
SPANISCHE KUNST in Basel und Winterthur
SCHWEIZER KUNST in Trubschachen

DER VERBORGENE CEZANNE. Vom Skizzenbuch zur Leinwand

-24.09.17
Basel, Kunstmuseum, www.kunstmuseumbasel.ch
Seine suchenden Bleistiftlinien, seine transparenten Aquarelltupfer, Rhythmen, Volumen, Hohlräume, Lichteinfall und Leerstellen charakterisieren die Arbeiten auf Papier von Paul Cézanne (1839-1906). Knapp 1000 Zeichnungen hat er geschaffen, und das Kunstmuseum Basel besitzt in seinem reichhaltigen Kupferstichkabinett 154 Blätter davon. Die Cézanne-Sammlung wurde bereits in den 1930er Jahren angelegt, denn der Sohn Paul Cézanne Junior, und Kunsthändler brachten Einzelblätter von Skizzenbüchern in den Handel. Die wissenschaftlich aufwändige Ausstellung untersucht die Zugehörigkeit der einzelnen Blätter zu bestehenden Skizzenbüchern, das Vorgehen von Cézanne bei der Zeichnung, die Bedeutung der Zeichnungen hinsichtlich Gemälden, die Bildmotive selber und sie beleuchtet auch seine Studien im Louvre nach alten Meistern (Veronese, Delacroix, Manet, Skulpturen). Die Bildthemen der Ausstellung: Die Badenden, Porträts von Familie und Freunden, Stillleben, Faltenwürfe, Landschaften, Skulpturstudien. Für Cézanne-Freunde ein subtiler Genuss!
Basel 15.Juni 17

CEZANNE. Le Chant de la terre

-19.11.17
Martigny, Fondation Gianadda, www.gianadda.ch, täglich 9-19 Uhr

In der gross angelegten Sommerausstellung der Fondation Gianadda kann man seit zwei Wochen grossartige Gemälde von Cézanne – vorwiegend von Landschaften – sehen. Der Maler liess sich jeweils am Nachmittag in der Kutsche in die Umgebung von Aix-en-Provence, wo er geboren war und wohin er zurückkehrte, ausfahren. Im Umland von Aix entstanden die Gemälde teils ohne Vorzeichnung und ,sur le motif‘. Die aufwändige Ausstellung in Martigny wurde von Daniel Marchesseau kuratiert und gelang dank der Mitarbeit von zahlreichen Spezialisten. Für Kenner sind die Angaben zu den jeweiligen VorbesitzerInnen der Cézanne-Werke besonders informativ und wertvoll: so kann man geistige Brücken zum Auge oder zum Sammlungsprofil der vormaligen BesitzerInnen schlagen.
Mehrere Werke in der Ausstellung stammen vom russischen Sammler Ivan Morosow (1871-1921), dessen bedeutende Kunstsammlung von französischen Künstlern in Moskau in den Jahren vor der Russischen Revolution angelegt wurde; man sieht Cézannes aus der Sammlung von Victor Chocquet, einem bedeutenden damaligen Mäzen vorwiegend der Impressionisten, den Cézanne mehrmals porträtierte und der insgesamt 35 Cézanne Gemälde besass. Oder man findet Werke aus dem ehemaligen Besitz von KünstlerInnen, wie der impressionistischen amerikanischen Künstlerin Mary Cassatt oder von Edgar Degas. Pablo Picasso besass wiederum vier Cézanne-Gemälde, wovon auch die herrlichen Fünf Badende in der Ausstellung zu sehen sind. Aus der Sammlung Gertrude Stein stammt das exquisite Porträt von Mme Cézanne mit Fächer, heute im Besitz der Fondation Bührle in Zürich. Die Ausstellung zeigt auch das letzte Landschaftsgemälde von Cézanne aus dem Jahre 1906. Martigny 22. Juni 17

HOLA PRADO. Zwei Sammlungen im Dialog

-20.08.17
Basel, Kunstmuseum Basel www.kunstmuseumbasel.ch.

Während dem Umbau des Kunstmuseums Basel sind im Jahre 2015 zehn Picassos aus der Basler Sammlung nach Madrid gereist. Jetzt sind zum Dank 26 Leihgaben des Prados aus dem späten 15. bis 18. Jahrhundert in Basel zu sehen, und diese werden Werken der eigenen Sammlung gegenübergestellt. In der Ausstellung geht es um vergleichendes Sehen: Tizian, Zurbaran, Velazquez, Murillo und Goya treten in Dialog mit Memling, Holbein d.J., Rembrandt u.a. Basel 15. Juni 2017

GOYA – MEISTER DER DRUCKGRAPHIK

-30.07.17
Winterthur, Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten, www.kmw.ch
Von Francsico de Goya (1747-1828) sind in Winterthur für Grafikfreunde neben den moder- nen Caprichos, die späte Serie La Tauromaquia, sowie die aufwühlenden Desastres de la Guerra zu sehen. Bahnbrechende Bild-Zyklen, die vor rund 200 Jahren entstanden sind!

20. KUNSTAUSSTELLUNG TRUBSCHACHEN 2017. Mit neuen Augen schauen

-23.07.17
Trubschachen, www.ausstellung-trubschachen.ch tgl. 10-21 Uhr
Ein Phänomen: seit 1964 findet in Trubschachen im Emmental alle vier Jahre eine Kunstausstellung statt. Die dort in Schulhäusern, der Turnhalle und der Aula versammelten 200 Gemälde und Skulpturen stammen aus Privatsammlungen, Ateliers und Museen. Schwerpunkt sind dieses Jahr 25 Gemälde von Giovanni Giacometti, in der Turnhalle zu sehen. Ansonsten gibt es Werke von Robert Zünd, Ernest Biéler, Ferdinand Hodler, Félix Vallotton, Louis Moilliet, Niki de St. Phalle, Pia Fries und von weiteren KünstlerInnen. In der Aula und an verschiedenen Standorten im Dorf sind Plastiken von Schang Hutter (*1934) aufgestellt.

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© Dagmar Huguenin 30.06.2017