ROSEN UND ROSINEN · März 2017

Utagawa Hiroshige (1797-1858)
Grünes Tal mit Bäumen, 69 Stationen der Kisokaido Strasse, ca. 1834-1842

SAMMLUNG MUSEUM RIETBERG in Zürich
SAMMLUNG KUNSTMUSEUM in Solothurn
SCHWEIZER ARCHITEKTUR im Architekturmuseum in Basel

PAUL KLEE als Dichter und Denker in Bern

MUSEUM RIETBERG

Sammlung und Wechselausstellungen
Zürich, www.rietberg.ch

Mögen Sie buddhistische, hinduistische oder ägyptische Kunst? Kunst aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien finden Sie in der vielfältigen Sammlung im Museum Rietberg in Zürich-Enge, dem einzigen Museum für aussereuropäische Kunst in der Schweiz. Neben der Sammlung gibt es auch spannende Themenausstellungen, mit grundlegenden Fragestellungen, wie etwa ,Mystik – Die Sehnsucht nach dem Absoluten‘ (2011/12). Oder ,Magie der Zeichen – 3000 Jahre chinesische Schriftkunst‘ (2015/16). Das 1952 eröffnete Museum wird von der Stadt Zürich betrieben, und besteht aus verschiedenen historischen Bauten: der Villa Wesendonck, der Villa Rieter im Park, der Villa Schönberg, der Remise, und dem 2007 eröffneten modernen Erweiterungsbau ,Smaragd‘. Dieser ergänzt die Ausstellungs- fläche wesentlich, und ist grösstenteils unterirdisch angelegt. Fäden lassen sich 1857 auch zu Richard Wagner und dessen Urschrift und Partitur von ,Tristan und Isolde‘ spinnen, welche vor Ort entstanden sind. Das Museum Rietberg ist von einem weitläufigen Park mit altem Baumbestand umgeben. Von zuoberst im Park hat man eine prächtige Sicht auf den Zürichsee und die Berge! Gegenwärtig ist im Museum Rietberg ,Osiris – Das versunkene Geheimnis Ägyptens‘ (-16. Juli 17)
zu sehen. Freunde indischer Miniaturen können in der Villa Rieter im Park vierzig kleine, fein gemalte Arbeiten bewundern – mit Darstellungen von Krishna und indischen Göttern, Göttinnen und indischen Wesenheiten, aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert (-7. Mai 17).
Daneben gibt es die Möglichkeit, im Museum an japanischen Teezeremonien teilzunehmen, oder Konzerte mit indischer Musik anzuhören. Jeden Sommer findet ein grosses Parkfest statt.
Ein grossartiger Kulturaustausch zwischen den Kontinenten!

KUNSTMUSEUM SOLOTHURN

Sammlung und Wechselausstellungen
Solothurn, www.kunstmuseum-solothurn.ch
Das Kunstmuseum Solothurn ist eine grossartige Perle in der hübschen, an der Aare gelegenen Literatur- und Filmtage-Barockstadt. Es befindet sich am Rande der Altstadt, inmitten von einem Park, und das Museum kündigt sich bereits vor dem Gebäude mit einem tropfenden Stiefel von Roman Signer an, der über einem Bassin mit Blumenbeet schwebt.
Das Kunstmuseum verdankt die hochkarätigen Bestände dem Fabrikanten-Geschwisterpaar Josef und Gertrud Dübl-Müller, welche beim Künstler Cuno Amiet Malunterricht nahmen, mit Ferdinand Hodler befreundet waren, und leidenschaftlich Kunst sammelten. Ebenso gehört der damalige Papierfabrikant Oscar Miller aus dem nahe gelegenen Biberist zu den Stiftern. Im Museum ist Schweizer Kunst mit Werken von Amiet (der nahe Solothurn, in der Oschwand gelebt hatte), von Hodler, von Vallotton, von den Giacomettis, und von Frank Buchser zu sehen. Dazu kommen Werke internationaler Künstler, wie Cézanne, Van Gogh, Klimt, Léger, Matisse, Picasso, Gris, und Rouault. Auch die Gegenwartskunst und ein graphisches Kabinett im Untergeschoss werden gepflegt. Im Moment ist im Erdgeschoss die Ausstellung riesiger Bleistift- und Farbstiftzeichnungen des in Paris lebenden Schweizers ,Gilgian Gelzer – Pencilmania‘ zu sehen (-23. April 17). Im Foyer steht der lautstarke ,Bettler‘ von Jean Tinguely und freut sich über freiwillige Beiträge.
Solothurn 8.3.17

SCHWEIZWEIT

-7.5. 2017
Basel, Schweizer Architektur Museum S AM, www.sam-basel.org
Ein interessantes Museum ist das Schweizer Architektur Museum S AM, untergebracht in der Kunsthalle Basel. Die gegenwärtige Ausstellung ,Schweizweit‘ zeigt auf, dass die Schweizer Architektur viel reichhaltiger ist, als es das vor allem internationale Image der 1990er Jahre vermittelte, das von einigen wenigen grossen Namen geprägt wurde. Nun werden «Schweizer Architekturen» statt «Die Schweizer Architektur» präsentiert und die Ausstellung ist schwellenlos, zeitgenössisch, kollaborativ, und 162 Architekturbüros aus allen vier Landesteilen sind vertreten. Es ist eine offene Bestandesaufnahme der gegenwärtigen Bauproduktion, und die gezeigten Bauten erweisen sich als äusserst spannend, heterogen und regional differenziert. Die ArchitektInnen werden auch auf ihre Vorbilder hin befragt, mit überraschenden und instruktiven Antworten. Videos mit Interviews ergänzen die anregende Architektur-Ausstellung.
Basel 29.1.17

PAUL KLEE. DICHTER UND DENKER Sollte alles denn gewusst sein?

-26.11.2017
Bern, Zentrum Paul Klee, www.zpk.org
Klee hat in seinem zeichnerischen und malerischen Schaffen die Grenzen der Kunst zur Dichtung, Sprache und Schrift, zur Musik, zur Natur, zur Architektur, zum Seelischen und zum Unterbewussten hin vielfältigst erweitert. Die jetzige Ausstellung in Bern widmet sich dem Denker und Sprachkünstler Paul Klee. Verspielte Werke mit Buchstaben, Zahlen, Zeichen und Symbolen, aus unserer und anderen Kulturen, mit wundersamen Titeln bezeichnet, werden im Untergeschoss des ZPK gezeigt. Wie gewohnt schwingt immer wieder Schalk und feine Ironie mit, auch als der Künstler schon schwer krank war. Originale Bücher aus Klees Bibliothek und literarischem Universum ergänzen die Ausstellung. Seine Schulbücher sind auch ausgestellt – mit winzigen Randzeichnungen versehen Die nächste Haupt- und Themenausstellung ,Die Revolution ist tot. Lang lebe die Revolution!‘ folgt am 13. April 17, in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Bern. Man darf gespannt sein!
Bern 14.3.17
Ich spreche in Spiez am 22. März um 19 Uhr über Paul Klee (siehe Kalender).

Bitte überprüfen Sie die Ausstellungsdaten.

© Dagmar Huguenin 30.06.2017