ROSEN UND ROSINEN · Mai 2017

Anne Loch _ AL 184, Acryl auf Nessel, 155x280 cm, © Nachlass Anne Loc
Anne Loch
_ AL 184
Acryl auf Nessel, 155×280 cm
© Nachlass Anne Loch

ANNE LOCH in Chur
APPENZELLERLAND
ARP GEHR MATISSE in St. Gallen
BODY DOUBLES in St. Gallen

ANNE LOCH Künstliche Paradiese

-07.05.2017
Chur, Bündner Kunstmuseum www.buendner-kunstmuseum.ch

Nur noch eine Woche ist in Chur die Ausstellung der deutschen Künstlerin Anne Loch zu sehen!
Beim Eintreten in die Räume des neuen Anbaus vom Bündner Kunstmuseum, ist man in dieser Aus- stellung zunächst überwältigt von grossen Gemälden mit Blumen- oder Landschaftsdarstellungen in leuchtenden Farben. Es kommen dann weitere Bildthemen hinzu, wie Hirsche, Schafe, Malrhythmen und schliesslich abstrakte, organische Formen oder konstruktive Strukturen. Nach dieser Vielfalt wird offensichtlich, dass Anne Loch viel mehr den Mal- und Sehakt selber untersuchte. Wichtig war ihr, wie sie malte, was Malerei an sich ist, was unsere inneren Bilder sind, und nicht, was sie abbildete. Das tat sie mit Entdeckungsfuror, und entzog sich dabei immer wieder dem ästhetischen Zugriff. Viele BesucherInnen verweilen lange vor den Bildern und besprechen die Werke fasziniert und betroffen. Anne Loch (1946-2014) hatte sich 1988 nach Graubünden, Thusis, zurückgezogen, war ganz ihrem künstlerischen Schaffen zugetan, suchte dort keinerlei Kontakte, fern vom Kunstmarkt in Deutschland. 2002, nach vierzehn Jahren, kehrte sie für einige Jahre nach Deutschland zurück, lebte zuletzt in Es- sen, und brachte schliesslich die verbleibende Lebenszeit in Bondo, im Bergell, zu. Anne Loch hinter- lässt 500 Werke, Fotografien, Sprechbänder und Tagebücher. Zu ihrem Werk äusserte sie: ,Ich ma- che mir kein Bild von der Welt, ich suche das Bild, das zwischen mir und der Welt sich befindet.‘

Im Bündner Kunstmuseum Chur ist gegenwärtig auch die Sonderausstellung ANDREAS WALSER Und jetzt – gehe ich -16.07.2017 zu sehen. Der Direktor Stephan Kunz hat im Neubau auch ein ,Labor‘ eingerichtet, das er als kleine Kunsthalle im Museum versteht, und welches ihm andere Ausstellungsformate erlaubt. Der Churer Künstler Andreas Walser (1908-1930), aufgewachsen als Pfarrerssohn, zog mit 20 Jahren nach Paris, wo er ganz und gar französisch‘ werden wollte. Er lernte bald Pablo Picasso, Jean Cocteau, Klaus Mann, Colette, und weitere Persönlichkeiten aus der Pariser Kunst- und Literaturszene kennen. In Graubünden war sein Vorbild und väterlicher Freund Ernst Ludwig Kirchner. Oft arbeitete Walser unter Drogeneinfluss, und noch nicht 22-jährig, verstarb er unter ungeklärten Umständen. Sein intensives Werk ist geprägt von surrealistischer Formensprache.
Chur 19.4.17

APPENZELLERLAND

Das Appenzellerland mit seinen sanften Hügelketten, den verstreuten Höfen und den bunt bemalten schmucken Häusern verfügt über mehrere Ortsmuseen, wie denjenigen in den Dörfern Appenzell, Urnäsch, Herisau und Stein. Dort werden die vielfältigen Traditionen und das Kunsthandwerk der Appenzeller gezeigt und erklärt. Es sind dies eine reiche Musiktradition mit Hackbrett und Gesang; Heimstickerei, die damals von den Frauen im Auftrag der St. Galler Textilindustrie angefertigt wurde; die Bearbeitung von Metall – für Schmuck oder zur Zierde von Leder; die naive Bauernmalerei rund um die Alpfahrten; und die farbige Sennen-Festtracht der Männer in gelb und rot, ebenso wie die fein plissierten Festkleider der Frauen. Und hin zur Gegenwart: die kuriosen Installationen vom aus Appenzell stammenden Künstler Roman Signer sind an verschiedenen Orten unerwartet zu sehen!

Wie immer ist Roman Signer den Geheimnissen der Physik auf der Spur, und entwickelt diese spielerisch, einfach und einfallsreich ad absurdum.

Auch die moderne und zeitgenössische Kunst werden seit knapp 20 Jahren im Dorf Appenzell gepflegt: zum traditionellen Ortsmuseum in Appenzell sind dank der Heinrich Gebert Kulturstiftung zwei weitere Museen hinzugekommen.
Das eine der beiden, das Kunstmuseum Appenzell, befindet sich grad beim Bahnhof. Die für seinen Bau in einem Wettbewerb bestimmten Architekten Annette Gigon und Mike Guyer hatten sich zuvor schon mit dem Ernst Ludwig Kirchner Museum in Davos, und mit dem Erweiterungsbau des Kunstmu- seums Winterthur, einen Namen für Museumsbauten gemacht. Das 1998 eröffnete und in seiner Form markante Kunstmuseum Appenzell besitzt die Struktur von Gewerbearchitektur. Es ist mit einem befensterten Giebeldach in Zick-Zack-Form versehen, welches Tageslicht in die Kabinette wirft. In der Sonne schimmert das Museum silbern, dank seiner Metallverkleidung. Dort zu sehen sind: WUNDERN – Werke aus der Kunstsammlung Mezzanin, Liechtenstein

-7.5.2017
Appenzell, Kunstmuseum Appenzell www.kunstmuseumappenzell.ch
Es gibt nur wenige Kunstsammlerinnen, aber zum Glück gibt es immer mehr Frauen, die der Sammelleidenschaft von Kunst frönen! Die Sammlerin Hanny Frick aus Liechtenstein sammelt seit den 1960er Jahren Werke von unbekannten Künstlern. Sie hat eine höchst sensible, eigenwillige und anregende Sammlung zusammengetragen, die nun in Appenzell gezeigt wird, und den Kulturaustausch über die Grenzen der Schweiz hinaus ermöglicht.
Das zweite Museum, die Kunsthalle Ziegelhütte, wurde aus der bereits vorhandenen Bausubstanz einer alten Ziegelbrennerei entwickelt, was man heute noch am wunderbaren Boden aus orangefarbenen Tonsteinen, und am Brennofen von 1566 erkennen kann. 2003 eröffnet, nach sanfter Renovation und mit hellen Innenräumen versehen, ist die Kunsthalle Ziegelhütte Carl August (Vater) Liner, und Carl Walter (Sohn) Liner gewidmet. Dieses Jahr ist in zwei Teilen folgende Ausstellung zu sehen: DIE ANTWORT IST DAS UNGLÜCK DER FRAGE – Die Sammlung der Heinrich Gebert Kulturstiftung im Dialog I & II -12.11.2017 Appenzell, Kunsthalle Ziegelhütte kunsthalleziegelhuette.ch In der Jubiläumsausstellung werden Sammlungsbestände, neu hinzugekommene Schenkungen und Ankäufe gezeigt.
Appenzell 14.4.17

ARP GEHR MATISSE

-27.8.2017
St. Gallen, Kunstmuseum www.kunstmuseumsg.ch
Die Ausstellung setzt das Schaffen des St. Galler Malers Ferdinand Gehr (1896-1996) in den Kontext von Kunstwerken des mit ihm befreundeten Jean Arp, und des von ihm verehrten Henri Matisse.
Der Künstler Ferdinand Gehr ist bekannt für seine modernen Kirchenfenster und Fresken. In St. Gallen nun eine interessante Fortsetzung im internationalen Kontext – nach der monographischen Ausstellung, Ferdinand Gehr – Bauen an der Kunst‘ im Kunstmuseum Olten Ende 2016/Anfang 2017.

BODY DOUBLES

-25.6.2017
St. Gallen, Lokremise www.lokremise.ch

Die Ausstellung am Bahnhof St. Gallen verweist auf den Körper als skulpturales Volumen, als physi- sche Präsenz im Raum. Mit bedeutenden Werkgruppen des Schweizer Künstlers Hans Josephsohn (1920-2012), der sich lebenslang mit der menschlichen Figur auseinandersetzte, und des im Medium der Skulptur grenzgängerischen Österreichers Franz West (1947-2012). Die Werke stammen aus der Kollektion der St. Galler Sammlerin Ursula Hauser – nochmals von einer Kunstsammlerin!
St. Gallen 15.4.17

Bitte überprüfen Sie die Ausstellungsdaten.

© Dagmar Huguenin 30.06.2017